Musterbuch mit hohem Wert

Das älteste erhaltene Musterbuch von Buderus
Saint Louis im US-Bundesstaat Missouri. Einst „Tor zum Westen“ und für viele Einwanderer Ausgangspunkt in ein neues Leben. Gegen 1845 kommt ein junger Mann aus dem Raum Weilburg an der Lahn hier an. Der Mann war „Philipp Lehr, Ironworker, Moulder, 1859 St. Louis“. So steht es auf der ersten Seite des Buches, dem ältesten bekannten Musterbuch von Buderus. Musterbücher aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind äußerst selten. Dieses ist einzigartig und wertvoll, zeigt es doch weitgehend das damalige Produktsortiment von Buderus in qualitativ hochwertigen Darstellungen.
Das erstaunlich gut erhaltene Unikat umfasst 54 nummerierte Blätter, die höchste Seitennummer ist jedoch die 68, woraus der schwäbische Ofenhistoriker und Ofensammler Josef Lutz schließt, dass es sich ursprünglich um eine Loseblattsammlug gehandelt haben dürfte, die dann in den marmorierten Pappeinband gebunden wurde. Auf 26 Steindrucktafeln sind Öfen dargestellt und auf den anderen Blättern die übrigen Gussartikel der damaligen marktgängigen Erzeugnisse abgebildet: Brunnenstöcke, Geländer, Treppen, Töpfe, Wasserräder, Klavier-Rahmen, Mühleneinrichtungen etc. Damit gibt dieses Buch nicht nur einen Einblick in das damalige Produktsortiment von Buderus, sondern auch in die Lebensumstände und den Geschmack der Zeit.
Ein niederländisches Antiquariat hatte das Musterbuch auf einer Auktion in den USA ersteigert. Dann kam das Buch über die Kölner Antiquariatsmesse erneut in den Besitz eines amerikanischen Händlers und von diesem zu Josef Lutz. Durch die langjährige Verbindung zwischen Josef Lutz und Rainer Haus von der BBT Unternehmenskommunikation fand dieses unternehmensgeschichtlich wertvolle Buch nach einer gut 150-jährigen Odyssee schließlich im November 2004 zurück an die Lahn.