Hugo Junkers

Ein Technikpionier von Weltrang

Vor 150 Jahren, am 3. Februar 1859, wurde Hugo Junkers im rheinischen Rheydt geboren

Weltweit bekannt ist Hugo Junkers als einer der größten Ingenieure des Flugzeugbaus. Wer kennt sie nicht, die silberglänzende, allgemein „Tante Ju“ genannte dreimotorige Ju 52, die untrennbar mit den ersten Jahrzehnten der Passagierluftfahrt verbunden ist.

Für TT hat Hugo Junkers aber noch einen ganz anderen Stellenwert. Schließlich war er nicht nur in der Flugzeug-, sondern auch auf dem Gebiet der Gastechnik ein genialer Erfinder. So beschrieb er z. B. bereits 1894 das Prinzip der Brennwerttechnik. Mit der Gasgerätetechnik begann Junkers auch seine Unternehmer-Laufbahn.

1895 gründete er Junkers & Co. In Dessau, wo er u. a. Gas-Badeöfen und Heizgeräte produzierte. 1896 stellte er den weltweit ersten an der Wand hängenden Badeofen her. 1912 brachte Junkers – national und international – als erstes Unternehmen einen Kessel für die „Gas-Zentralheizung“ auf den Markt. Eine erneute Pionierleistung auf dem Gasgerätesektor bedeutete die Therme NEA 38, die Junkers Ende 1928 für die zentrale Heißwasser-Versorgung herausbrachte.

Hugo Junkers’ große Liebe gehörte auch immer der Forschung. 1897 wurde er als ordentlicher Professor an die Technische Hochschule in Aachen berufen und lehrte dort bis 1912 Maschinenbau und Thermodynamik.

Junkers engagierte sich in vielen Bereichen. Seine Aufgeschlossenheit für neue Ideen ließ ihn auch in Kontakt zu Künstlern und Designern des Bauhauses treten. Aus der Zusammenarbeit zwischen Bauhaus und Junkers entstanden beispielsweise die ersten Stahlrohrmöbel, die heute Klassiker sind. Junkers stattete in den 1920er Jahren sowohl das Bauhaus- Versuchshaus in Weimar als auch das neue Bauhaus- Gebäude und die Meisterhäuser in Dessau mit Warmwasser-Apparaten und Heizkörpern aus.

Im Zuge der Weltwirtschaftskrise musste Junkers 1932 für seine gesamte Unternehmensgruppe Insolvenz anmelden. Mit dem Verkauf des Gasgerätewerks an Bosch Ende 1932 konnte er zwar seine übrigen Unternehmen erhalten, doch 1933 wurde er gezwungen, die Mehrheit seines Flugzeugund Motorenbaus an die Nationalsozialisten abzugeben. Am 3. Februar 1935 starb Hugo Junkers.

Ausstellungen

Vom 29. Januar bis zum 7. Februar 2009 veranstaltete das Technikmuseum „Hugo Junkers“ in Dessau eine Festwochemit einem umfangreichen Programm, unter anderem mit einem leidenschaftlichen Vortrag von Michele Strippoli (Junkers-Museum Wernau) zum Thema „Von Junkers & Co. zur Marke Junkers bei Bosch Thermotechnik“. Anlässlich seines 150. Geburtstags würdigen mehrere deutsche Museen mit Sonderausstellungen den großen Forscher und Erfinder: eine Sonderausstellung mit Schautafeln und ausgewählten Exponaten zeigt z. B. das Technik Museum Speyer bis zum 31. Dezember; eine weitere Sonderausstellung ist im Deutschen Technikmuseum in Berlin bis zum 31. Oktober 2009 zu sehen.

Leitfaden zum Umgang mit Endkunden

Junkers Polen hat in der jüngeren Vergangenheit eine Reihe von Seminaren durchgeführt, um vor allem Servicetechniker für den angemessenen Umgang mit Endkunden zu schulen. Ziel ist es, die Person des Kunden stets in den Mittelpunkt aller Dienstleistungen zu stellen. Nicht nur durch handwerkliche Kompetenz sollen die Zufriedenheit und die langfristige Bindung der betreuten Klientel gesichert werden, sondern auch durch ein dem Kunden entgegenkommendes und durch offene Kommunikation geprägtes Verhalten. Um die Inhalte der Seminare allen Servicetechnikern in komprimierter Form zur Verfügung zu stellen, wurde eine Broschüre aufgelegt. Als Leitfaden liefert sie viele Anregungen und Tipps für die alltägliche Praxis. Konkret beschreibt die Broschüre, wie sich Techniker bei einem Hausbesuch korrekt verhalten, wie sie ihre Verantwortung und ihr Engagement glaubhaft machen, im Gespräch die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden gezielt erfragen und durch eine qualifizierte Beratung überzeugen können. Thematisiert werden auch schwierige Situationen, in denen Sensibilität gefragt ist. Das gilt etwa dann, wenn der Techniker einem unzufriedenen Kunden gegenübersteht und signalisieren muss, dass er die Reklamation sofort bearbeiten und eine positive Lösung anbieten kann. Die Broschüre wird im April an die rund 400 Servicetechniker in Polen verteilt

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