Einsparpotenziale in der Wärmeversorgung

Effizienzsteigerung erst ansatzweise entdeckt
Die heute bestehenden Energieperspektiven
untermauern die Notwendigkeit, sorgsamer als bisher mit den Ressourcen umzugehen und weitere Maßnahmen zur effizienten Energienutzung zu ergreifen. Beachtliche und noch längst nicht ausgeschöpfte Einsparpotenziale bieten sich in der Wärme-
versorgung von Gebäuden.
In Ländern mit hohem Wärmebedarf wie beispielsweise Deutschland beansprucht die Heizung über drei Viertel des gesamten Energieverbrauchs der Privathaushalte, im Dienst-
leistungssektor beansprucht sie nahezu die Hälfte der insgesamt in diesem Sektor eingesetzen Energie.
Trotz technischen Fortschritts hat sich die Energienachfrage für Raumwärme insbesondere in den privaten Haushalten in den vergangenen Jahren kaum reduziert, was zum Teil auch auf den hohen Zuwachs der genutzten Wohnfläche und der Single-Haushalte zurückzuführen ist.
Während in anderen Sektoren mit einem ebenfalls hohen Energiebedarf – wie beispielsweise Industrie und Produktion – strenge Umweltauflagen und der internationale Wettbewerb die Wirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten veranlasst haben, Effizienzpotenziale konsequent auszuschöpfen, wird im Bereich der Wärmeversorgung das Thema Effizienzsteigerung erst ansatzweise entdeckt. Hier sieht deshalb auch die Europäische Kommission in ihrem jüngsten Aktionsplan zur Energieeffizienz das größte Potenzial.
Durch neue Strategien und durch die Forcierung bereits be-
stehender Ansätze können nach Schätzungen der EU etwa
27 Prozent des Primärenergieverbrauchs in Wohngebäuden und 30 Prozent in gewerblich genutzten Gebäuden bis 2020 EU-weit eingespart werden.
Dieses Ziel lässt sich vor allem durch eine Verbesserung der energetischen Qualität von Gebäuden und deren Anlagentechnik erreichen.
Neben einer zeitgemäßen Wärmedämmung bieten effiziente Heizanlagen mit einer intelligenten Regelung die größten Möglichkeiten Energie einzusparen. Überalterte Heizkessel verbrauchen bis zu 30 Prozent mehr Brennstoff als moderne
Heizkessel. Allein in Deutschland gibt es nach Angaben des Bundesverbands des Schornsteinfegerhandwerks über 1 Million Ölheizkessel sowie über 650 000 Gasheizkessel, die vor 1983 installiert wurden und eine gegenüber modernen Kesseln deutlich geringere Energieeffizienz aufweisen. Der Austausch dieser Altanlagen würde nicht nur den Verbrauch fossiler Brennstoffe reduzieren, sondern auch die laufenden Heizkosten für die privaten Haushalte.
Die Chancen regenerativer Energien im Wärmebereich
Systeme zur Nutzung regenerativer Energien können einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Wärmeversorgung leisten. Ihr Anteil am gesamten Endenergieverbrauch für Wärme betrug nach Angaben des Bundesverbands Erneuerbare Energien in Deutschland im Jahr 2006 mit 98,3 Milliarden Kilowattstunden 6,2 Prozent gegenüber 5,9 Prozent im Vorjahr. Den größten Anteil daran haben bisher Scheitholz- und Pelletheizsysteme.
Der Bundesverband schätzt, dass bis zum Jahr 2050 ca. 590 Milliarden Kilowattstunden Wärme aus regenerativen Energie-
trägern erzeugt werden können. Zuwächse sind sowohl bei der Nutzung von Solarenergie als auch bei der Nutzung von Biomasse und Geothermie zu erwarten.
Der Verband sieht das Entwicklungspotenzial erneuerbarer Energien im Wärmesektor jedoch noch nicht komplett ausge-
schöpft – insbesondere mit Geothermie und Solarenergie ließen sich weitaus größere Mengen Wärme bereitstellen.
Um regenerative Energien im Wärmebereich vermehrt nutzen zu können, sind in der Energiepolitik jedoch starke Akzente erforderlich, die auf eine konsequente und langfristige Wirkung abzielen.
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