Wettbewerbssituation

Entwicklungen im Wettbewerberumfeld der Hersteller

Die voranschreitende Globalisierung macht auch vor dem Markt für Heizungs- und Warmwasserlösungen nicht halt. Größere Hersteller von Thermotechnik-Produkten sind inzwischen international aufgestellt und erzielen einen zunehmenden Anteil der Umsätze außerhalb ihres Heimatmarktes. Einen wirklich global agierenden Thermotechnik-Hersteller mit nennenswerten Marktanteilen auf allen drei großen kontinentalen Märkten Nordamerika, Asien und Europa gibt es jedoch bislang noch nicht.

Europa, der bedeutendste Markt für Thermotechnik-Produkte, wird auch weiterhin von deutschen Anbietern geprägt. Mit der BBT Thermotechnik, der Vaillant Group und den Viessmann Werken lagen im vergangenen Jahr unverändert drei Hersteller aus Deutschland auf den ersten Plätzen, gefolgt von der britischen Baxi Group und der italienischen MTS Group, die ihre Ränge gegenüber dem Vorjahr getauscht haben. Weitere Unternehmen mit nennenswerten Marktanteilen sind Ferroli und Riello aus Italien, die französische Atlantic, Remeha/De Dietrich aus den Niederlanden/Frankreich sowie Weishaupt aus Deutschland.
Insgesamt behaupteten diese Top 10 im Geschäftsjahr 2006 knapp 70 Prozent des Marktes für Gas- und Ölheizungen in Europa für sich. Bezieht man die stark fragmentierten Teilmärkte für Systeme zur Nutzung regenerativer Energien mit ein, sinkt der Anteil der Top 10 am Gesamtumsatz auf 58 Prozent. In diesen relativ neuen Märkten ist eine Vielzahl kleinerer Spezialunter-
nehmen mit oftmals ausschließlich regionaler Tätigkeit aktiv.

Marktkonsolidierung setzt sich fort

Insgesamt hat sich das Wettbewerbsumfeld im Bereich der Thermotechnik im vergangenen Jahr weiter verschärft. Insbesondere auf dem westeuropäischen Markt führte die zunehmend gehobene technische Ausstattung bei gleichzeitig verstärktem Druck auf die Preise zur weiteren Marktkon-solidierung mit zahlreichen Kooperationen und Akquisitionen. Fast alle größeren Hersteller stellen sich derzeit internationaler auf, um von künftigen Wachstumschancen auch außerhalb Westeuropas zu profitieren.
Der Konzentrationsprozess geht jedoch auch mit einem erheblichen Strukturwandel einher. Der Trend zu hoch effizienten Wärmeerzeugern mit einem steigenden Anteil an regenerativen Energien hält an. Als Folge dessen sind eine Vielzahl von neuen Marktakteuren wie beispielsweise Hersteller von Elektro-Wärmepumpen, Sonnenkollektoren oder Festbrennstoffkesseln hinzugekommen. Dementsprechend haben sich 2006 auch die Investitionen in den Erwerb von Gesellschaften mit dieser speziellen Expertise erhöht.

Aber auch auf Großhändlerebene ist die Wettbewerbsintensität deutlich gestiegen. Das Bemühen der Händler ihre Kosten angesichts sinkender Margen zu reduzieren, Serviceleistungen auszuweiten und ihre Aktivitäten über regionale und nationale Grenzen hinaus auszubauen, führte in den vergangenen zwei Jahren zu weiteren Zusammenschlüssen und Akquisitionen, an denen sich in Europa vor allem größere Händler aktiv beteiligten.
So hat die Richter + Frenzel Gruppe Mitte Januar 2007 insgesamt 80 Standorte mit rund 700 Mitarbeitern der insolventen Schulte-Gruppe übernommen. Auch Wolseley, weltgrößter Händler für Sanitär- und Heizungsprodukte, gab zu Anfang 2007 weitere vier Akquisitionen bekannt. Seit August 2006 hat Wolseley damit 29 Akquisitionen in Europa und Nordamerika mit einem Umsatzvolumen von 560 Millionen Britischen Pfund getätigt. Auch die französische Saint-Gobain-Gruppe machte mit einer Vielzahl von grenzüberschreitenden Akquisitionen zumeist im europäischen Umfeld auf sich aufmerksam.
Die Akquisitionen innerhalb des Großhandels bleiben insgesamt dennoch Einzelaktivitäten, von denen die Branchenstruktur bislang nicht nachhaltig verändert wurde.

Die umsatzstärksten Thermotechnik-Hersteller
Europa nach Umsatz 2006*/2005, in Mio. Euro