Brennwerttechnik

Moderne Öl- und Gasheiztechnik
Moderne Heiztechnik kann maßgeblich dazu beitragen, den Energieeinsatz zu reduzieren und die Umwelt zu schonen. So lassen sich alleine in Deutschland durch die Modernisierung vorhandener Heizungsanlagen rund ein Viertel des Energie-bedarfs im Gebäudebestand einsparen und die Kohlendioxid-Emissionen um rund 30 Millionen Tonnen pro Jahr mindern. Moderne Anlagen zur Raumbeheizung und Trinkwassererwärmung basieren auch weiterhin überwiegend auf öl- und gasbefeuerten Heizkesseln. Bei diesen Anlagen schöpfen insbesondere die Nieder-temperatur- und die Brennwerttechnik die in fossilen Brennstoffen enthaltene Energie äußerst effektiv aus. Verglichen mit älteren Kesseln erzielen Brennwertgeräte neuester Bauart eine enorm hohe Energieausnutzung. Sowohl im Neubau als auch in der Modernisierung bestehender Gebäude sind Kesselsysteme auf Basis der Niedertemperaturtechnik und der Brennwerttechnik heute in Westeuropa Standard.
Niedertemperaturtechnik
Niedertemperatur-Heizkessel zeichnen sich gegenüber alten Standardheizkesseln durch ihre gleitende Betriebsweise aus. Dadurch arbeiten sie mit einer deutlich niedrigeren durchschnittlichen Kesselwassertemperatur (Vorlauftemperatur) als ihre Vorgängermodelle. Während die früher üblichen Konstanttemperaturkessel das ganze Jahr hindurch das Heizwasser im Kessel auf Temperaturen von 80 bis 90 Grad Celsius erhitzten, wird beim Niedertemperatur-Heizkessel die Vorlauf-temperatur in Abhängigkeit von der Außentemperatur und damit dem tatsächlichen Wärmebedarf geregelt. Da der Abgas-Wärmeverlust sowie die Wärmeverluste über die Kesseloberfläche und beim Transport durch das Rohrleitungssystem deutlich niedriger sind, erreichen Niedertemperatur-Heizkessel Normnutzungsgrade von 92 bis 96 Prozent. Sie können sowohl mit Erdgas als auch mit Heizöl betrieben werden. Während Öl-Niedertemperatur-Heizkessel heute in allen Leistungsgrößen zum Einsatz kommen, ist bei Gas-Heizkesseln die Brennwerttechnik zum Standard geworden.
Brennwerttechnik
Brennwert-Heizkessel erreichen Normnutzungsgrade von bis zu 110 Prozent und stellen hinsichtlich der Energieausnutzung heute das Optimum der Heizkessel-technologie dar. Der Brennwert-Heizkessel arbeitet wie auch der Niedertemperatur-Heizkessel außentemperaturabhängig, nutzt aber zusätzlich die im Abgas enthaltene Kondensationswärme. Während bei Niedertemperatur-Heizkesseln die Abgase mit Temperaturen von 150 bis 200 Grad Celsius ungenutzt den Schornstein verlassen, kühlt der Brennwertkessel die Abgase so weit ab, dass es zu Kondensation des im Abgas enthaltenen Wasserdampfs kommt. Die dabei freigesetzte Wärme wird als Heizwärme genutzt. Eine Voraussetzung für die Nutzung der Brennwerttechnik ist, dass der eingesetzte Brennstoff Wasserstoff enthält. Bei Erdgas, welches je nach Art und Herkunft aus ca. 80 Prozent Methan besteht, beträgt der theoretisch zusätzlich erzielbare Wärmegewinn etwa 11 Prozent – bei Heizöl aufgrund des geringeren Wasserstoffanteils ca. 6 Prozent. Erreichbare Normnutzungsgrade für Gas-Brennwertgeräte sind 110 Prozent und für Öl-Brennwertgeräte 102 Prozent. Aufgrund des höheren erzielbaren Wärmegewinns verbreitet sich die Brennwerttechnik vor allem in Verbindung mit Erdgas.