"Wissensfabrik" macht fit für die Zukunft

Bosch Thermotechnik-Standort Lollar geht Bildungspartnerschaften mit Schulen ein

Die Bosch Thermotechnik GmbH, Standort Lollar, übernimmt in der Gießener Region eine Vorreiter-Rolle mit Blick auf die Nachwuchsförderung.

Im Rahmen der Initiative "Wissensfabrik" wurden dort kürzlich zwei Bildungspartnerschaften unterzeichnet, zum einen mit der Clemens-Brentano-Europaschule, Lollar, zum anderen mit der Theodor-Litt-Schule, Europaschule in Gießen.
Langfristige Verbindungen und gemeinsame Bildungsprojekte sollen aus diesen Partnerschaften entstehen. "Wir nehmen die Aufgabe der Wissensvermittlung in Kooperation mit den Schulen gern wahr", sagte Werkleiter Joachim Lenz bei der Vertragsunterzeichnung, die auf großes Medieninteresse stieß. Joachim Scheerer, Schulleiter der Theodor-Litt-Schule bezeichnete die dauerhafte Partnerschaft mit der Bosch Thermotechnik als "ein Geschenk".

Die Initiative "Wissensfabrik" wurde im vergangenen Jahr von führenden deutschen Unternehmen ins Leben gerufen, die Robert Bosch GmbH zählt zu den Gründungsmitgliedern.
Rund 1.000 Bildungspartnerschaften mit Kindergärten und Schulen und mindestens 100 engagierte Mitglieder sollen Deutschland dabei helfen, auch in Zukunft die "härtesten Nüsse der Welt" zu knacken, und dementsprechend waren die Tische bei der Pressekonferenz symbolisch mit Walnüssen dekoriert.

Die Wissensfabrik will Deutschland "fit für die Zukunft, für den globalen Wettbewerb machen", wie Kristina Schulze sagte, die innerhalb der Personalabteilung Lollar mit dem Projekt betraut ist und den Teilnehmern der Pressekonferenz eine runde Präsentation zum Thema lieferte. Die Bildungspartnerschaften mit den Schulen sollen konkret Wissensprojekte umsetzen und in den jungen Leuten "Lust auf die Zukunft" wecken.

Bei der Theodor-Litt-Schule handelt es sich um ein gewerblich-technisches Berufsschul-Zentrum, die Clemens-Brentano-Schule ist eine Gesamtschule. Eine Zusammenarbeit zwischen dem Bosch Thermotechnik-Standort Lollar und den beiden Schulen, die "Pionierpartner" für die Bosch Thermotechnik in der Wissensfabrik sind, besteht seit langem. Mit der Unterzeichnung der Kooperationen werden bis dato punktuelle Aktionen dauerhaft gefestigt und langfristig angelegt.
Inhaltlich stehen dabei Lese-, Schreib- und Rechenkompetenz sowie Naturwissenschaft, Technik und Wirtschaft im Mittelpunkt. In einem Workshop haben die Beteiligten ein Programm entworfen und Projekte festgeschrieben, die Wissen greifbar machen und anschaulich vermitteln sollen. So haben die Schüler die Möglichkeit, an Technikworkshops, Praktika, Betriebsbesichtigungen und berufsorientierten Bewerbungstrainings teilzunehmen. Der Technikworkshop beispielsweise veranschaulicht, wie mathematische Theorien tatsächlich umgesetzt werden: Anhand praktischer Übungen erfahren die Schüler, wie sich der Satz des Pythagoras oder der Dreisatz in der computergestützten Steuerung von Werkzeugmaschinen oder pneumatischen Prozessen wiederfinden lassen. Praxisnahe Beiträge von Unternehmensvertretern der Bosch Thermotechnik fließen in den Unterricht ein. Auch für die Lehrer sind Workshops geplant, in denen man sich mit Bosch Thermotechnik-Mitarbeitern zur Entwicklung in Beruf und Ausbildung sowie zu Lehrinhalten austauschen wird.

"Wir gewinnen alle", so der Tenor während der Vertragsunterzeichnung: Die Schüler werden motiviert, das Unternehmen erhält mehr Kontakt zu qualifiziertem Nachwuchs, den Schulen eröffnet sich ein besserer Zugang zum aktuellen Wissensstand der Wirtschaft. Nach einem Jahr wird Bilanz gezogen, eventuell will man noch andere Schulen "ins Boot holen" und gern auch weitere Standorte der Bosch Thermotechnik GmbH einbeziehen.