Glossar Heiztechnik-Fachbegriffe

Kurze Erläuterung häufig genutzter Begriffe aus der Thermotechnik-Terminologie

Abgasverlust
Der Abgasverlust ist der Teil der Wärmeenergie, die ungenutzt mit dem Abgas ins Freie gelangt.

Auskühlverlust
Der Auskühlverlust ist der Teil der Wärmeenergie, die der Heizkessel unkontrolliert an die Umgebung verliert. Ein temperierter Kessel gibt Wärme durch Konvektion und durch Strahlung an den Aufstellraum ab, unabhängig davon, ob der Brenner läuft oder nicht.

Brennwert
Der Brennwert gibt an, wie viel Wärme bei der vollständigen Verbrennung des Brennstoffs frei wird einschließlich der Wärme, die im Wasserdampf der Abgase gebunden ist (so genannte Kondensationswärme).

Brennwertkessel
Der Brennwertkessel arbeitet temperaturgleitend und nutzt im Unterschied zu konventionellen Kes
seln zusätzlich die im Abgas enthaltene Kondensationswärme. Der Brennwertkessel kühlt die Abgase so weit ab, dass es zur Kondensation des im Abgas enthaltenen Wasserdampfs kommt. Die dabei freigesetzte Wärme wird als Heizwärme genutzt. Gas-Brennwertkessel erreichen Normnutzungsgrade von bis zu 110 Prozent.

Elektro-Warmwasserbereiter
Elektrische Geräte, die Warmwasser erzeugen. Sie sind als Elektro-Durchlauferhitzer oder als Elektro-Speicher erhältlich.

Emission
Lat. für Ausstoß, Ausgabe. Unter den Emissionen einer Heizungsanlage versteht man Verbrennungsprodukte, die mit dem Abgas über den Schornstein in die Atmosphäre gelangen.

Energieeinsparverordnung
Die Energieeinsparverordnung (EnEV) gilt seit Februar 2002 und definiert Mindeststandards für neue und bestehende Wohngebäude hinsichtlich des Dämmstandards und der Qualität der Anlagentechnik. Ihr Ziel ist die Verringerung des Primärenergiebedarfs zur Beheizung von Wohnraum und zur Trinkwassererwärmung.

Energieintensität
Die Energieintensität ist eine Kennzahl, die den Energieverbrauch einer Volkswirtschaft in Bezug zum erwirtschafteten Bruttosozialprodukt setzt.

Energiepass, Energieausweis
Der Energieausweis dokumentiert anhand von mehreren standardisierten Kennwerten die energetische Qualität von Gebäuden.
Siehe auch EU-Richtlinie zur "Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden"

EU-Richtlinie zur "Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden"
Die EU-Richtlinie zur "Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden", kurz EU-Gebäuderichtlinie, gilt seit Januar 2003 und hat das Ziel, den Energieverbrauch in Gebäuden zu senken. Die Richtlinie war grundsätzlich bis Anfang 2006 in allen Mitgliedstaaten der EU in nationales Recht umzuwandeln.

Heizwert
Der Heizwert gibt an, wie viel Wärme bei der Verbrennung des Brennstoffs entsteht. Nicht berücksichtigt wird dabei die Wärme, die beim Verbrennungsprozess als Wasserdampf mit den Abgasen freigesetzt wird.

Jahres-Nutzungsgrad
Wichtige Kennzahl zur Beurteilung der energetischen Effizienz von Heizkesseln. Der Jahres-Nutzungsgrad kennzeichnet das prozentuale Verhältnis der genutzten Wärmeenergie zur eingesetzten Energie bezogen auf das ganze Jahr.
Siehe auch Normnutzungsgrad

Luft-Abgas-Systeme
Luft-Abgas-Systeme ermöglichen die raumluftunabhängige Betriebsweise von Heizkesseln. Dabei wird die für die Verbrennung benötigte Luft dem Heizkessel direkt aus dem Freien zugeführt. Luft-Abgas-Anlagen arbeiten mit einem Rohr-in-Rohr-Konzept:
Das Innenrohr dient dabei als Abgasschornstein, während die Verbrennungsluft über den Schacht zwischen äußerem und innerem Rohr dem Heizkessel zugeführt wird.

Niedertemperaturkessel
Niedertemperaturkessel werden temperaturgleitend geregelt. Dadurch arbeiten sie mit deutlich niedrigeren Heizwassertemperaturen als die früher üblichen Konstanttemperaturkessel. Da der Abgas-Wärmeverlust sowie die Wärmeverluste über die Kesseloberfläche deutlich niedriger sind, erreichen Niedertemperaturkessel Normnutzungsgrade von 92 bis 96 Prozent.

Normnutzungsgrad
Der Normnutzungsgrad kennzeichnet das prozentuale Verhältnis der nutzbaren Wärmeenergie zur eingesetzten Energie nach einem normierten Messverfahren. Der Normnutzungsgrad ist sinnvoll für den Vergleich verschiedener Kessel-Bautypen und der Produkte verschiedener Hersteller.
Siehe auch Jahres-Nutzungsgrad

Pellets
Pellets sind Presslinge aus Brennholz, Spänen und unbehandelten Abfallhölzern. Sie haben einen Durchmesser von ca. 6 Millimetern und sind 10 bis 30 Millimeter lang.

Primärenergie
Als Primärenergien bezeichnet man die natürlich vorkommenden Energieträger wie Kohle, Erdöl, Erdgas, eingestrahlte Sonnenenergie oder Natururan.

Primärenergiebedarf
Der Jahres-Primärenergiebedarf ist der entscheidende rechnerische Wert in der Energieeinsparverordnung (EnEV) und im Energiepass. Er gibt an, wie viele Kilowattstunden Energie aus einer Energiequelle - zum Beispiel Kohle oder Erdgas - gewonnen werden müssen, um ein Gebäude zu heizen und mit Warmwasser zu versorgen.

Regelung
Die Heizungsregelung hat die Aufgabe, für raum-
individuelle Wärme zu sorgen. Je nach Ausstattung regelt sie ein oder mehrere Heizkreise mit unterschiedlichen Vor- und Rücklauftemperaturen. Auch kann sie die Erzeugung von Warmwasser oder die regeltechnische Einbindung weiterer Heizsysteme wie zum Beispiel einer Solaranlage in das bestehende Heizsystem koordinieren.

Raumtemperaturgeführte Regelung:
Die Vorlauftemperatur des Heizmediums wird in Abhängigkeit von der jeweils bestehenden und angestrebten Raumtemperatur eines gewählten Referenzraumes geregelt. Alle auf einen Raum wirkenden Einflussgrößen, wie zum Beispiel Fremdwärmegewinne durch Sonneneinstrahlung, werden bei der Raumtemperaturmessung erfasst und bei der Wahl der Vorlauftemperatur entsprechend berücksichtigt.

Außentemperaturabhängige Regelung:
Die Vorlauftemperatur des Heizmediums wird in Abhängigkeit von der Außentemperatur geregelt.
Der Zusammenhang zwischen momentan herrschender Außentemperatur und der zu wählenden Vorlauftemperatur wird in der am Regelgerät eingestellten Heizkennlinie abgebildet.

Regenerative Energie
Energie, die nicht aus fossilen Energieträgern, sondern aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz oder zum Beispiel aus Wasserkraft oder Sonneneinstrahlung gewonnen wird.

Rücklauftemperatur
Die Rücklauftemperatur ist die Temperatur des zum Wärmeerzeuger zurückfließenden Heizwassers.

Solarthermie-Systeme
Solarthemische Systeme wandeln Sonnenenergie in nutzbare Wärme zur Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung um.
Siehe auch Sonnenkollektoren, Solarspeicher

Solarspeicher
Je nach Nutzung der gewonnenen Wärme werden Warmwasser-, Kombi- oder Pufferspeicher eingesetzt. Warmwasserspeicher werden in der Regel bei solarer Trinkwassererwärmung und Pufferspeicher für die solare Heizungsunterstützung eingesetzt. Für die kombinierte Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung eignen sich Kombispeicher.

Sonnenkollektoren
Sonnenkollektoren wandeln die im Sonnenlicht enthaltene kurzwellige Strahlung in langwellige Wärmestrahlung um. Im Kollektorabsorber wird durch das Auffangen der Sonnenstrahlen eine spezielle Wärmeträgerflüssigkeit erwärmt und zum Solarspeicher transportiert. Dort gibt die Trägerflüssigkeit ihre Wärme ab und wird wieder zum Kollektor zurückgeführt.

Thermosiphonanlagen
Thermosiphonanlagen sind einfache solarthermische Systeme, die nur zur Trinkwassererwärmung dienen. Sie bestehen aus dem Sonnenkollektor und einem oberhalb des Kollektors befindlichen Speicher. Die Sonnenstrahlung erwärmt die Solarflüssigkeit im Kollektor. Durch die Erwärmung wird diese leichter und steigt in den Leitungen nach oben in den Speicher.

Thermotechnik
Unter Thermotechnik werden sämtliche Technologien zur Erzeugung von Raumwärme und Warmwasser verstanden.

Vorlauftemperatur
Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des vom Wärmeerzeuger wegfließenden Heizwassers.

Wärmepumpen
Wärmepumpen nutzen Umweltenergie zur Raumheizung und Trinkwassererwärmung. Ihr Funktionsprinzip entspricht dem eines Kühlschranks, allerdings in umgekehrter Richtung. Das Kältemittel des Wärmepumpenkreislaufs entzieht dem Erdreich, der Luft oder dem Wasser Wärme und verdampft dabei.
Anschließend wird es auf einen höheren Druck und somit auf eine höhere Temperatur gebracht.
Dieser "erhitzte" Dampf gibt Wärme an das Heizwasser ab, wobei er sich wieder verflüssigt. Nach anschließender Druckminderung liegt das Kältemittel wieder in der ursprünglichen Form vor.

Wirkungsgrad
Der Wirkungsgrad eines Heizkessels kennzeichnet das Verhältnis zwischen abgegebener Wärmeleistung und zugeführter Feuerungsleistung in einem festgelegten Betriebspunkt.
Siehe auch Normnutzungsgrad, Jahres-Nutzungsgrad