Mit sauberer Wärme wachsen

Trend zu erneuerbaren Energien

Trend zu erneuerbaren Energien

Die Bosch Thermotechnik GmbH verstärkt gegenwärtig ihre Aktivitäten auf einem viel versprechenden Geschäftsfeld: dem Einsatz erneuerbarer Energien für Heizung und Warmwasser im Haushalt. Insbesondere zwei Produktgebiete stehen im Fokus: Die Solarthermie, also der Einsatz von Solartechnik zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung, und Wärmepumpen, also die Nutzung von Wärme aus Boden, Wasser oder Luft für Heizung und Warmwasser.

Beide Bereiche wurden vor allem durch die Integration zweier neuer Unternehmen in die Bosch-Gruppe gestärkt. Das eine, die Firma Solar Diamant Systemtechnik, kam mit der Buderus AG im Jahr 2003 zu Bosch. Es hat seinen Sitz in Münster (Norddeutschland). Etwa 70 Mitarbeiter entwickeln und fertigen dort Kollektoren, die die Sonnenenergie absorbieren.

Das zweite jüngst erworbene Unternehmen ist die schwedische IVT Industrier, die Wärmepumpen entwickelt und fertigt. In zwei Werken in Tranås und Katrineholm beschäftigt sie knapp 350 Mitarbeiter. Die IVT ist Marktführer für Elektro-Wärmepumpen in Schweden und in ganz Europa.

Kyoto: Emissionen stark senken

Weltweit gibt es einen starken Trend zur Nutzung erneuerbarer Energien, berichtet Volker Höschele, der von Wernau bei Stuttgart aus den weltweiten Vertrieb auf diesem Gebiet verantwortet. Dieser Trend gründet sich zum einen auf die stark gestiegenen Preise für Öl und Gas. Aber auch das Kyoto-Protokoll aus dem Jahr 1997 gibt wichtige Impulse. Es schreibt verbindliche Ziele für die Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen fest. Die Vertragsstaaten haben das Ziel, ihre Emissionen bis zum Jahre 2012 um durchschnittlich 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Um dies zu erreichen, setzt insbesondere die Europäische Union auf die Nutzung erneuerbarer Energien. Dabei gehen die Mitgliedsländer unterschiedlich vor: Während zum Beispiel in Skandinavien verstärkt Erdwärme genutzt wird – in Schweden haben heute bereits 95 Prozent aller Neubauten eine Wärmepumpe –, sind Deutschland und Frankreich wichtige Absatzmärkte für Solarthermie. Auch in Spanien steht ein Gesetz vor der Verabschiedung, nach dem bei Neubauten bis zu 60 Prozent der Energie für Warmwasser aus Solarkollektoren kommen soll.

Der weltweit bedeutendste Absatzmarkt für Solarthermie ist indes heute bereits China – zumindest, wenn man die Fläche an Kollektoren zugrunde legt. Drei Viertel aller weltweit hergestellten Solar-Kollektoren sind dort verbaut.

Dank seiner Kompetenz auf vielen unterschiedlichen Gebieten der Heiztechnik kann Bosch Thermotechnik nicht nur Einzelkomponenten, sondern komplette Systeme liefern, also zum Beispiel eine Solaranlage verbunden mit einem Öl-, Gas- oder Holzpellet-Kessel. Höschele: „Der Kunde bekommt alles aus einer Hand.“ Zudem lasse sich durch die optimale Abstimmung innerhalb des Gesamtsystems zusätzlich Energie sparen.

Ein Quiz für Vertriebsfachleute

Voraussetzung für den Erfolg ist eine gute Vertriebsarbeit. Gegenwärtig erarbeitet Bosch Thermotechnik Wachstumskonzepte für die wichtigsten Absatzmärkte. Auch auf der „World Convention“, bei der sich kürzlich rund 100 Bosch Thermotechnik -Marketing- und Verkaufsspezialisten in Mailand mit dem Bereichsvorstand trafen, stand das Geschäft mit den regenerativen Energien auf der Agenda. Um das neue Thema leichter zu vermitteln, veranstalteten die Organisatoren ein Quiz: Die Teilnehmer mussten zum Beispiel raten, wie viele Tonnen Kohlendioxid durch den Einsatz einer Wärmepumpe eingespart werden können (Antwort: zwei Tonnen im Jahr) und wie viel Liter Heizöl weniger ein Einfamilienhaus braucht, wenn das Trinkwasser mit Hilfe von Solarthermie erwärmt wird (Antwort: 300 Liter im Jahr).

Aus Höscheles Sicht werden zwei Dinge entscheidend sein für ein profitables Wachstum des Geschäftsfeldes: zum einen, dass Bosch Thermotechnik in jedem Land Produkte anbieten kann, die auf die geografischen und rechtlichen Rahmenbedingungen abgestimmt sind. Zum anderen geht es darum, dass der Vertrieb vor Ort ein guter Partner für die Kunden ist. Höschele: „In vielen Ländern ist der Umgang mit erneuerbaren Energien noch relativ neu. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir den Menschen die Technik erklären, die Vorteile aufzeigen und Vertrauen gewinnen können. Dabei profitieren wir von unseren starken Marken.“

Hintergrund

So funktioniert’s

Wärmepumpen entziehen der Luft oder dem Boden Wärme, indem ein Kühlmittel Wärme aufnimmt und zu einem Wärmetauscher transportiert. Dort wird sie unter Druckerhöhung abgegeben. Anschließend wird der Druck wieder abgesenkt, so dass neue Wärme aufgenommen werden kann. Eine Erdwärmepumpe kann die Betriebskosten um bis zu 50 Prozent senken. Die höheren Anschaffungskosten, die durch die notwendige Tiefenbohrung in die Erde bedingt sind, amortisieren sich so schon innerhalb einiger Jahre.

Solarthermie nutzt die Energie der Sonne zur Erwärmung eines flüssigen Mediums, das durch spezielle Kollektoren fließt und die dort aufgenommene Wärme über einen Wärmetauscher an den Heizungsspeicher abgibt. In nördlichen Breiten dienen Solarthermieanlagen vorwiegend zur Warmwasserbereitung, aber auch zur Unterstützung der Heizanlage. Im Sommer kann die Brauchwassererwärmung nahezu vollständig durch Solarthermie erfolgen. Über das Jahr hinweg sind im Schnitt bei der Warmwasserbereitung 60 Prozent Energieeinsparungen möglich.

SHK-Messe: Die Kraft der Sonne tanken

Weltweit geht der Trend zur Nutzung erneuerbarer Energien und umweltfreundlicher Technik. Immer mehr Haushalte orientieren sich daran auch bei der Entscheidung, wie sie ihre Wohnräume beheizen und ihr Wasser erwärmen wollen. Das geht aus dem ersten „Marktreport Energienutzung 2005“ hervor, den die Bosch Thermotechnik auf der SHK-Fachmesse für Sanitär, Heizung, Klima und regenerative Energien in Essen vorstellte.

In dem Report heißt es, dass mehrheitlich zwar immer noch nach traditionellen Methoden geheizt werde. Doch wachse die Nachfrage nach sparsamen Brennwertgeräten, solarthermischen Anlagen und Wärmepumpen dynamisch. Allein für Solarthermie-Systeme lag das weltweite Marktvolumen 2005 bei etwa 1,2 Milliarden Euro. Die Energie sparende Brennwerttechnik wird in Europa bis 2013 einen Marktanteil von 60 Prozent erreichen. Der Report soll künftig jährlich erscheinen.

Bosch Thermotechnik auf der Messe in Essen Rechnung. Buderus stellte im Brennwertbereich den neuen Gas-Wandheizkessel Logamax plus GB152 vor, mit einem Normnutzungsgrad von bis zu 107 Prozent. Für die wirtschaftliche Nutzung des Brennstoffs Scheitholz stehen die neuen Festbrennstoffkessel Logano S241 und Logano SX241. Präsentiert wurde auch eine neue Generation von Hochleistungs-Sonnenkollektoren.

Auch Junkers präsentierte an seinem Stand in Essen neue Flachkollektoren. Eine weitere Innovation kommt aus dem Bereich der Gas-Warmwasserlösungen: Die Warmwassertherme Jetatherm Compact ist das kompakteste Gerät der Art am Markt. Es passt in jede Bad- oder Küchennische.